Montag, 21. Juli 2008

Genuss und Lebensfreude

Mit diesem Mosaik verbindet mich etwas ganz Besonderes.

Vor knapp 2000 Jahren wurde das weltberühmte Dionysos-Mosaik in einer Villa in Köln geschaffen. Es soll sich dabei um den Fußboden eines Festsaales handeln mit Darstellungen von Bacchus und allem, was sich damals an Freuden für Leben und Genuss (Tiere, Früchte, Wein, Musik, Tanz) bot.

Im Jahre 2000 erschuf ich meinen Quilt nach diesem Mosaik. Mein Dionysos-Mosaik besteht aus 60 m schmaler und breiter Mosaikbordüre, die ich zu diesem Quilt zusammensetzte.


Genuss und Lebensfreude

Es hat sich nichts geändert! Die Formen von Genuss am Leben sind auch in 2000 Jahren – wie ich meine – gleich geblieben.

Deshalb applizierte ich in Gegenüberstellung antike Darstellungen (z. B. tanzende Mänaden oder Eros auf dem Löwen) und Gegenwärtiges (Hip-Hopper, Rotweinflasche und Gläser) in die Freiflächen.

Wenn ich in Köln aussteige und um den Dom herum gehe, grüße ich oft "mein" Mosaik. Man kann von der Domplatte aus durch das Fenster des Museums sehen.

Sonntag, 20. Juli 2008

Juans fruit salad on a sliced table

"Juans fruit salad on a cliced table"
(Foto by Kristin La Flamme)

Mit diesem Quilt nimmt die Gruppe texies am Quiltfestival in Birmingham teil. Im Sommer vergangenen Jahres hatte Kristin La Flamme die Idee zu einem Gemeinschaftsquilt. 8 Frauen (außer Kristin noch Erika Beetz, Edith Blaurock, Cordula Klöfkorn, Elke Kollender, Christiane Kühr, Susanne Neuhauser und ich) gingen das Wagnis ein, ein Achtel eines Bildes nachzuempfinden und zu gestalten. Ich war sehr skeptisch, als ich meine Vorlage bekam, ob das was geben könne. Aber Kristin setzte die Teile meisterlich zusammen und ich denke, das Ergebnis ist gelungen.

Wir überlegten, dass wir ihn attraktiv genug für eine Ausstellungsbeteiligung fänden und bewarben ihn für Birmingham. Zu unserer Freude wurde er genommen und auch ihn kann ich beim Quiltfestival zwischen all den anderen tollen Arbeiten hängen sehen.

Wenn ich ihn aus Birmingham wieder mitbringe, wird er eine Zeitlang reihum bei allen Teilnehmerinnen hängen und dann schauen wir, was wir mit ihm tun. Angedacht ist eine Verlosung für einen guten Zweck oder ähnliches.

Freitag, 18. Juli 2008

Es gibt immer einen Weg

Anlässlich der LandArt 2008 in Petershagen-Frille (Landkreis Minden-Lübbeke) gibt es eine Quiltausstellung zum Thema "Märchen – Mythen – Magie".

Dieser Quilt ist mein Beitrag für diese Ausstellung und ist vom 02.08. bis 13.09. im Mühleninfozentrum zu sehen.

"Es gibt immer einen Weg"

Zum Thema "Mühlenmärchen" las ich das Buch "Krabat" von Otfried Preußler. Auch beim zweimaligen Lesen bekam ich keine visuelle Vorstellung von den handelnden Personen. Aus diesem Grunde wählte ich für aus Kuninfilz und Organza ausgebrannte Schattenriss-Applikationen. Damit gebe ich zusammen mit dem relativ dunklen Hintergrund auch die Düsternis des Märchens wieder. Der Ausweg findet sich im silbernen Perlenstrang des Innenkreises und des Haarkranzes der liebenden Person.

Dienstag, 15. Juli 2008

Straße der Erinnerung

Dieser Quilt ist mein diesjähriger Beitrag für das Festival of Quilts in Birmingham. In der Zeit vom 14. bis 17. August 2008 wird er dort ausgestellt sein. Ich freue mich sehr, dass er angenommen wurde und ich ihn dort hängen sehen darf.


Meine Inspiration kam aus einem Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers im vergangenen Jahr. Dort wurde aufgerufen, Erlebnisse aus der Straße, in der man seine Kindheit verbrachte, zu schreiben. Statt zu schreiben, erschuf ich lieber einen Quilt.

Meine Eltern erlaubten nicht, dass wir Kinder Comics lasen. "Kinder verblöden", "armselige Sprache", "Sprechblasendeutsch" usw., das waren ihre Argumente, die wir Kinder allerdings nicht nachvollziehen konnten. In der Nachbarschaft gab es drei Jungen, die alle Mickey Maus-Hefte besaßen. Unter der Laterne vor deren Haus las ich sie alle.

Ich hatte das Glück, ein Heft aus dem Jahre 1961 (passt in die beschriebene Zeit) ersteigern zu können. Einige Bilder dieses Heftes druckte ich auf Organza, die Sprechblasen malte ich mit Ölfarben und für die Buchstaben stellte ich Fabric paper her. Die Laterne besteht aus Organza, auf den Laternenpfahl schrieb ich mit der Maschine alle Argumente meines Vaters. Die schmale lange Form des Quilts weist auf die Straße hin.

Als der Quilt fertig war, bekam ich kurzfristig Panik, ob ich ihn wegen des Copyrights überhaupt bewerben dürfe. Die Firma Disney erteilte mir die Erlaubnis und so ist er nun seit gestern auf dem Weg nach England.

Freitag, 11. Juli 2008

Sommer

Heute ist das Top fertig geworden.

Dienstag, 8. Juli 2008

Sommer

Das heiße Wetter ist vorbei und nach 3 ausgelesenen Büchern ist nun endlich wieder einmal "Nähwetter". Eigentlich müsste ich mich mit Moosen und Flechten beschäftigen, aber dazu hatte ich gestern keine Lust. Um 16:00 Uhr wühlte ich in meinen Stoffen, um 22:00 Uhr war dieses kleine Top fertig. Heute wird es sommerlich "aufgemotzt".

Samstag, 5. Juli 2008

Niemandsgarten

Mit der Internetgruppe "Texies" hatten wir für 2007 ein Jahresprojekt "Der Niemandsgarten" als Gemeinschaftsthema angedacht. Beim "Niemandsgarten" handelt es sich um ein Buchfragment von Michael Ende, das textil umgesetzt werden sollte. Dabei geht es um die Reise durch einen phantastischen Garten.

Ich las das Buch und es entstanden in meinem Kopf so viele Bilder, dass für mich die Umsetzung nur in Form eines Buches in Frage kam. Um die geheimnisvollen verschlungenen Pfade dieser Reise wiederzugeben, wählte ich die besondere Buchform des Mäanders. Die Seiten winden sich wie ein rechtwinkliges spiralenförmig geschwungenes Band. Beim Lesen bewegt es sich schlangenförmig.

Vorderseite aufgeklappt

Rückseite aufgeklappt


Buch aufgestellt

Dieses Buch nahm dann seinen Weg als Kapitel eines Buches "Textile Bücher" vom OZ-Verlag. Dort beschreibe ich, wie ich es herstellte.


Titelseite des Buches


In dieser Woche erschien es und seit heute Morgen halte ich es in Händen. Es ist schon etwas ein besonders Gefühl, wenn man sein Werk dort wiederfindet, zumal es das erste Mal ist, dass ich an einem Buch beteiligt bin.