Sonntag, 5. Dezember 2010

Venice

Nach dem Blick in meinen Garten gab es heute einen gemütlichen Tag mit Lesen, Fernsehen und einem Gang in meine Textilwerkstatt.

Hier fielen mir Arbeitsproben in die Hand, die ich im letzten Jahr mit selbst gemachten Stempeln versuchte. Die Stempel bestehen aus alter Baumwollspitze, mit Stofffarbe getränkt und getrocknet, sodass neue Farbe von der Spitze nicht aufgesaugt werden kann.

Zwei kleine Proben habe ich in diese Karte eingearbeitet. Inspiration waren Palazzi in Venedig.


Venice

2. Advent


Ein Blick in meinen Garten am 2. Advent

1. Advent


Ein Blick in meinen Garten am 1. Advent

Sonntag, 21. November 2010

Netbooktasche


Aus einer handgefilzten Platte (Wolle mit Seide) nähte ich eine passgenaue Umhüllung für mein kleines Netbook, das zwar - wie ich meine - etwas langsam arbeitet, mir aber gute Dienste tut und beim Transport in der Tasche wenig Platz einnehmen darf. Deshalb verzichtete ich auch auf eine industriell gefertigte Tasche, obwohl ich ja gar nicht gerne Dinge für den täglichen Gebrauch fertige.

Sprüche



Segle ruhig weiter,
wenn der Mast auch bricht.
Gott ist dein Begleiter,
er verlässt dich nicht!

Das ist ein weiterer Poesiealbumspruch aus meinem privaten Poesiealbum aus den frühen 60er Jahren. Umgesetzt habe ich ihn, indem ich mit der Maschine frei Hand auf schillerndem Organza schrieb. Die "stürmische" Struktur gestaltete ich aus wasserlöslichem Stoff, mit Plusterfarbe und Stofffarben angepinselt, geplustert und durchnässt. 4 weitere Rollen sind in Planung.

Montag, 1. November 2010

ArtFair21 - Messe für aktuelle Kunst in Köln

Am Donnerstag besuchte ich mit einer Freundin die ArtFair21 in Köln. Es waren viele interessante Arbeiten, einiges taten wir aber auch als Trash ab. Ich schildere hier nur, was uns gefallen hat und sich unter „Inspiration" einreihen lässt. Da ich die Copyrightrechte nicht verletzen möchte, ergänze ich meinen Text nicht mit Fotos, sondern verlinke die Künstler, die eine HP haben, die anderen müsste man "googlen", aber auch das lohnt sich.

Keep A Breast
- Diese Gruppe setzt sich so wie die alküns mit ihren Bras mit Corsagen aus Gips, die künstlerisch gestaltet sind, für Frauen, die an Brustkrebs erkranken ein. Auch diese Gruppe versteigert ihre Corsagen zugunsten der Selbsthilfegruppen.

Franziska Schemel - In ihren Arbeiten verarbeitet sie ganz kleine Fotos, die sie ganz großflächig weiterlaufen lässt. Wir unterhielten uns mit ihr sehr gut über ihre Arbeiten und bekamen Einblick in ihre Arbeitsweise.

Antonio Marra - Dieser Künstler war neben Franziska Schemel unser Favorit. Er arbeitet lineare Strukturbilder, d. h. er durchkämmt mit einer Paste die Leinwand, sodass erhabene Linien das Bild bestimmen. Dann malt er von links ein Bild und von rechts. Wenn der Betrachter nun das Bild von links nach rechts abschreitet, erhält er drei Bilder. Hier haben uns besonders die Arbeiten gefallen, die von links streng geometrisch und nach rechts auslaufend verspielt blumenhaft bemalt waren. In der Frontalansicht treffen sich die beiden Bilder dann. Auch mit diesem Künstler haben wir uns einige Zeit gut unterhalten können.

Thitz - Dieser Künstler zeigte Bilder, die zu meinem Thema „Recycling" passen. Er verarbeitet Plastiktüten in großflächige Bilder. Ich starrte diese Bilder immer wieder an und fand nicht heraus, ob er nur die Henkel oder die ganze Tüte einarbeitet, was Tüte ist und was seine Malerei. Die Bilder gefielen mir zwar nicht besonders, aber interessant war es schon.

Jupp Linsen - Linsen zeigt material- und texturorientierte Malerei an Fundstücken, wie Zinkbleche, alte Holzlatten und Teile anderer ausgedienter. Passt zum Thema Fundstücke, Industrie usw.

Andreas Lutherer -
Er zeigte seine mehrdimensionalen Glasarbeiten. Das hat mich dann daran erinnert, dass ich immer noch mehrdimensional in diesem Stil ausprobieren möchte. Mehrschichtig und -dimensionierte Drucke auf Organza und andere transparente Stoffe. Meine Versuche vor 4 Jahren waren mäßíg. Steht nun wieder auf meiner todo-Liste.

Charlotte Mc Gowan-Griffin - Sie präsentiere wunderbare großflächige filigrane Papierarbeiten im Stil von Scherenschnitten. Weitere filigrane Scherenschnitte gab es von Annette Schröter und Silvia Schreiber zu sehen. Sind Papierscherenschnitte modern, weil häufig vertreten?


Auf jeden Fall fällt mir seit einem halben Jahr auf, dass in der modernen Kunst der Hirsch modern ist. Es gibt keine Veranstaltung, wo man ihn nicht irgendwie trifft, entweder in Bildern oder in Accessoires. Ich sollte mal schauen, ob ich einen „röhrenden Hirschen" auf meinem Speicher finde, den ich künstlerisch aufpeppen kann.

Eine Künstlerin stand "einsam" neben einem schwarzen gestrickten Handschuh - ihr einziges Werk dort. Im Gespräch erfuhr ich, dass sie sich zweimal die Haare abschnitt und die Haare verwebte und zu diesem Handschuh verstrickte, war schon witzig.

Wie immer verging die Zeit auf der Vernissage viel zu schnell und mit vollem Kopf und Herz fuhren wir wieder nach Hause.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Schatzkästchen

Schatzkästchen eigenen sich wunderbar als Geschenk für liebe Menschen.

Die beiden Schatzkästchen stellte ich als Verpackung für Geldgeschenke her. Dabei achtete ich darauf, dass nach dem Entfernen der Geldscheine die Pyramide noch dekorativ und ansprechend ist.

"Dodo weiß, was sie will" - so lautet der Titel eines meiner ins Erwachsenenleben hinübergeretteten Kinder- und Jugendbücher. Das Titelblatt druckte ich auf Seide und hatte so die Grundlage für dieses Schatzkästchen. Das Geburtstagskind heißt Dodo und freute sich nicht nur grundsätzlich über das Geschenk, sondern auch über diesen persönlichen Gag.


Leider hätte ich beinahe vergessen, dieses Winterschatzkästchen zu fotografieren. Deshalb nur ein das eingepackte. Innen drin befindet sich eine Winterlandschaft. Ich verschenkte es gestern zu einem runden Geburtstag. Diese Freundin besucht im Januar eine Weltcup-Biathlon-Veranstaltung und wünschte sich einen kleinen Zuschuss.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Recycling - Schatzkästchen

Im Buch „Neue textile Welten – Miniaturen aus Tüll, Taft...“ von Gabi Mett fand ich ihre „Schatzkästchen“. Diese hatte ich anlässlich einer Ausstellung in Mülheim schon einmal bei ihr im Original bewundern dürfen und so war ich für die Inspiration, die ich hierdurch bekam, begeistert.

Mein Thema „Recycling“ ist noch nicht fertig. Deshalb entstand das erste Schatzkästchen aus voll recyceltem Material.




Grundstoff ist eine alte aus den 80er-Jahren stammende gebatikte Lieblingsbluse in maritimen Farben. Außerdem fand ich in meinem Fundus eine Vielzahl von farblich passenden Reißverschlüssen, von denen ich einige für das Innenleben verarbeitete. Die Reißverschlüsse zerschnitt ich und verarbeitete die eine Seite zu Türmchen und die andere Seite zu Rosetten. Die Zipper ordnete ich zum Schluss noch verteilt an.

Sonntag, 15. August 2010

Recycling - Tasche


Die Blumen für dieses Sommertäschchen besteht aus einigen Kunststofftüten, die ich auf Bodenwischertücher bondete. Das Innenleben ist ein Luftpolsterbehälter, in dem eine Tonerkartusche verpackt war. Der Taschengriff geht rundherum und ist zusätzlich mit Decofil versteift.

Donnerstag, 12. August 2010

Oberflächengestaltung mit Mehl



Gesternfrüh sah ich bei einer Freundin ein Werkstück, das sie mit einer Mehlpaste ausprobierte. Gelesen hatte sie das im neuen Buch von Jane Dunnewold "Art Cloth". Ich war begeistert und musste es ihr am Nachmittag gleichtun.

Also rührte ich eine Mehlpampe an und strich diese auf ein Stück Stoff. Mit einem Zahnstocher schrieb und zeichnete ich in das feuchte Stoffstück und trocknete es. Dann zerknitterte ich das ganze, sodass feine Haarrisse entstanden und malte den Stoff schwarz-grau an. Die offenen Flächen konnten jetzt die Farbe aufnehmen. Nach einem weiteren Trocknungsgang knitterte ich weitere Haarrisse und malte diesmal mit pink. Heute morgen wusch ich das Mehl aus und mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Besonders die Haarrissstrukturen gefallen mir. Ich weiß auch schon, wo ich diese Technik einsetze.

Dienstag, 10. August 2010

Sprüche


Beim Aufräumen fiel mir mein altes Poesiealbum in die Hände. Und ich dachte, ein lieber Spruch einer lieben Freundin aus meiner Schulzeit, an die ich mich gerne erinnere, ist passend für meine nächste Sprücherolle:

Vergesse nie die Heimat,
wo deine Wiege stand,
du findest in der Ferne,
kein zweites Heimatland!

Jetzt wollte ich einmal das Schreiben mit dem Lötkolben ausprobieren. Das erwies sich schwieriger als ich annahm. Der Hintergrund sollte dunkel sein (dunkelrote Seide), damit die Schrift einen guten Kontrast bildet und somit gut lesbar ist. Der Vordergrund sollte weiß, luftig und transparent sein, weil es ja auf eine leere Holzspule aufgerollt werden sollte. Lutradur erwies sich als zu starr – auch das ganz feine. Eine Lage Organza war zu transparent, der dunkle Untergrund dominierte und die Schrift war nicht gut lesbar – zwei Lagen verbunden mit Spunweb sind zwar grenzwertig, aber alles andere wäre wieder zu steif geworden. Auch Vliesofix ist zu steif.

Das Schreiben selber war kein Problem. Ich hatte eine extra fein gedremelte Lötkolbenspitze in Bleistiftspitzenformat. Das Ergebnis ergibt aber doch immer noch etwas zu wenig Kontrast. Ich versuchte dann auf verschiedenen Probestücken den weißen Organza mit Acrylfarbe, Stofffarbe oder Gesso anzupinseln oder mit einem Schwamm auszuwaschen. Aber die Ergebnisse brachten die Schrift auch nicht zum Leuchten. Im Gegenteil, sie wurde ebenfalls weiß und ein „Nachschreiben" klappte gar nicht, weil der Lötkolben die Farbschicht nicht durchdringen konnte.

Die Applikationen zwischen den Spruchzeilen sind ebenfalls mit dem Lötkolben ausgebrannt. Als Formvorlage eignen sich übrigens Grungeboards ausgezeichnet. Ich weiß zwar nicht, was das für Material ist, aber es kokelt nicht, wenn man mit dem Lötkolben den Rand nachzeichnet.

Montag, 9. August 2010

Noch mehr auf Draht

Meinen Vorsatz für dieses Jahr, den Blog regelmäßig zu "füttern", halte ich leider nicht ein. Zu meinem Leidwesen waren das Frühjahr und der Frühsommer so arbeitsreich, dass ich meinen Blog fast verdrängte. Ich überlegte sogar, ob ich ihn schließe. Aber das will ich im Prinzip gar nicht. Und so muss ich mich damit abfinden, hier auch einmal Pausen in Kauf zu nehmen. Es ist ja nicht so, dass ich nichts tue oder tat. So manche Stunde kann und konnte ich für mein Hobby schon abzweigen.

Aber zunächst war mein Probieren mit Draht noch nicht zu Ende.


Fliegendraht 1. Übung
Hintergrund: dunkler grauer Metallic-Organza, darüber Fliegendrahtstreifen gelegt und mit schwarz-weiß-meliertem Garn mit Zierstich aus der Maschine abgesteppt. Die Hälfte des Streifens habe ich gewellt: gefällt mir nicht – ist zu gerade – zu ordentlich – das schwarz-weiß-melierte Garn zu Ton-in-Ton


Die zweite Hälfte drehte ich um die eigene Achse: gefällt mir schon besser – der Zierstich ist jetzt kaum noch zu erkennen.


Dann schichtete ich Organza, Fliegendraht und noch einmal eine Lage Organza, stippelte diese Schichtung, teilte das ganze in zwei Hälften und knüllte eine Hälfte zusammen: dreilagig gefällt mir nicht – der Draht ist kaum zu sehen – bearbeitet mit dem Embossingfön wird das Ergebnis jedoch zufrieden stellend




Dann riss ich eine Lage Organza herunter und knüllte die zweite Hälfte: zweilagig gefällt mir besser – Draht ist sichtbar und das farbige Garn passt sich gut ein.



Fliegendraht 2. Übung
Hintergrund: dunkler grauer Metallic-Organza, darüber Fliegendraht und abgedeckt mit metallig-buntem Netzgewebe, das ganze abgesteppt, dann den Streifen gefaltet: gefällt mir nicht wirklich – Draht ist nicht gut sichtbar, Netzgewebe dominiert,


die Bearbeitung mit dem Embossingfön bringt ein zufrieden stellendes Gewebe.

Fazit
- möglichst zweilagig arbeiten
- evtl. leichte Bearbeitung mit Embossingfön
- farbige Garne benutzen - belebt das ganze noch

Montag, 29. März 2010

Auf Draht

Im Augenblick probiere ich mit Draht. Ich möchte wissen, ob Draht sich nähen lässt. Weil ich vorsichtig bin, nehme ich zuerst einmal dünnen Draht, den ich löchrig verstricke.

Samstag war Zeit auszuprobieren, ob meine Nähmaschine meckert. Nein, sie meckerte nicht und nähte problemlos über dieses Drahtgewebe. Die Nadel blieb heile.

Als Hintergrund wählte ich einen Dekostoff, darauf platzierte ich das Drahtgewebe und deckte das ganze mit Organza ab. Zum Nähen verwendete ich einen Metallic-Faden in Kupfer. Das ganze stippelte ich freihand ab.


Mit dem Ergebnis war nicht nicht sehr zufrieden. Von dem Draht sah ich nicht mehr viel. Und der Kupferfaden war zu Ton-in-Ton. Ich zerschnitt das große Teil in kleinere Stücke. Da die Ränder jetzt frei gelegt waren, kam der Draht zum Vorschein. Ich knautschte und faltete die Stücke, jetzt gefällt es mir schon besser. Über die Benutzung des Garns Ton-in-Ton muss ich noch nachdenken. Vielleicht sollte ich doch eine Kontrastfarbe wählen.

Als nächstes probiere ich mit Fliegendraht.

Sonntag, 21. März 2010

Sprüche


Dieses Projekt fand ich im Blog von Kelli Perkins.

Es ist witzig, leicht und rasch an einem Regentag herzustellen. Meine Rolle trägt auf einem handgefärbten Stoffstreifen einen Kalenderspruch, hübsch aufgepeppt.

Es hat viel Spaß gemacht, viele neue Ideen für Variationen spuken in meinem Kopf herum. Von diesen Rollen gibt es in Zukunft noch mehr.

Teekanne


Vor einigen Jahren fand ich auf dem Blog der amerikanische Künstlerin Sue Bleiweis eine textil gestaltete Teekanne, die ich im Hinterkopf zum Nachmachen immer vor mir herschob. Jetzt hatte ich etwas Zeit und die Gelegenheit, sie zu arbeiten.

Für den Körper tranken liebe Menschen Beuteltee, sammelten und gaben mir die Papierchen. Von anderen bekam ich die gebrauchten Teebeutel. Diese und andere Materialien aus meinem Fundus bilden den gebondeten Hintergrund, den ich mit Organza abdeckte.

Donnerstag, 11. März 2010

Osterspaziergang

Die Sehnsucht nach Frühling und der Sonnenschein inspirierten mich wohl, als mir beim Heraussuchen von Frühlingsdeko ein rundes Stroh-Tischset in die Hände fiel, das keinen "Partner" mehr hat. Ein betagtes luftig-duftiges Frühlingstuch fürs Innenleben war schnell gefunden.

Diese Tasche hatte ich nicht geplant, sie ist einfach entstanden.




"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
…"

Der Osterspaziergang aus Goethes Faust kam mir in den Sinn, als ich an diesem Täschchen arbeitete. Deshalb auch auf jeder Seite Augen. Wonach halten die wohl Ausschau?

4. Europäische Quilt-Triennale

Gestern war ich in Zons und habe mir dort die Ausstellung der 4. Europäischen Quilt-Triennale angesehen. Es waren in diesem Jahr viele bemerkenswerte Arbeiten dabei und sie hat mir sehr viel besser als beim letzten Mal gefallen.

Die Juroren waren wohl dieses Mal nicht so in düsterer Stimmung - sie empfanden damals Stagnation - und haben daher auch ihre Arbeiten für diese Ausstellung "positiver" ausgesucht. Na ja, es werden immer viele der bekannten Textil-Künstlerinnen ausgesucht und man konnte deren Handschrift auch sehr gut erkennen – aber das empfanden die Juroren dieses Mal nicht als Stagnation.

Besonders hervorheben möchte ich eine Video-Installation von Mirjam Pet-Jacobs. Sie hat sich wirklich sehr schön in den Trend, wie er heute in modernen Kunstausstellungen zu finden ist, eingepasst.

Bei drei auf Abstand gehängten Projektionsflächen handelt es sich bei der letzten um einen weißen Quilt, der hand- und maschinegequiltet ist. Die beiden vorderen Projektionsflächen sind dünne Seide und Seidenorganza. Das Video zeigt das Entstehen des Quilts sowohl mit der Maschine als auch mit der Hand. Dazu Mantra-Musik, alles war sehr stimmig. Aus Copyrightgründen stelle ich kein Foto ein. Aber über die Verlinkung könnt ihr euch das ansehen.

Sowohl in Newslettern zu Kunstausstellungen als auch auf der artcologne und der Biennale in Venedig fiel und fällt mir auf, dass eine immer größer werdende Zahl von Kunstschaffenden sich heute mit Videoinstallationen präsentieren.

Minis für Minis


Heute bekam ich von einer Freundin diesen Karton voll wunderschöner Mützchen und Söckchen für die Frühchen. Es sind sogar auch vereinzelt Handschuhe dabei. Sie strickt sehr viel und ihre Reste werden immer gleich bis zur Neige weiter verarbeitet. Für ein solches Set benötigt man genau 10 g. Gerne leite ich sie weiter. Das Team der Frühchenstation freut sich bestimmt.

Dienstag, 9. März 2010

"Minis" für Minis

So lautet das Motto einer Yahoo-Gruppe, die sich mit dem Herstellen von Quilts für Frühchen beschäftigt, die mit einem Gewicht von unter 1.500 g geboren werden. Seit einigen Jahren gehöre ich dieser Gruppe an.


Zunächst sah ich es als eine Restverwertung an, denn von großen Arbeiten bleiben immer Reste übrig. Doch nach einer ersten Einladung zum Dankeschön-Kaffee in der Uni-Klinik Köln änderte sich meine Meinung.

Der Professor und sein Team erzählten uns, dass sie zunächst diese Aktion als eine Verschönerung ihrer Station angesehen hätten, die bunten Decken über die Inkubatoren zu legen. Jede Mutter erhält für ihr Frühchen einen Quilt, den sie auch später mit nach Hause nehmen darf. Diese Quilts haben jedoch eine besondere Bedeutung bekommen. Wenn die Mütter stundenlang zum Känguruen in der Klinik liegen, werden ihre Minis mit den Quilts zugedeckt und nehmen so auch den Geruch der Mutter an. Nach Meinung des Teams der Frühchenstation seien die Frühchen dadurch ruhiger, auch wenn die Mütter nicht da sind.

Das hat mich überzeugt. Und im Augenblick werden wieder viele Quilts gebraucht. Wer Lust hat sich zu informieren oder mitzumachen, über den obigen Link ist das möglich

Letzte Woche nähte ich diese beiden Minis. Der rosafarbene ist aus Resten, die eine Bekannte bei mir ließ, als sie einen Quilt zur Geburt ihrer Enkelin nähte. Dieses Mädel ist ein richtiger Wonneproppen geworden. Und beim Nähen kam mir der Gedanke, dass das kleine Mädchen, das diesen Mini bekommt, einen sehr langen und schweren Weg vor sich haben wird, ein Wonneproppen zu werden. Ich wünsche diesem kleinen Wesen – das ja noch nicht einmal geboren ist – bei diesem Kampf viel Erfolg.

Montag, 1. Februar 2010

SUSI – Von der Ordnung zum Chaos


Mein Beitrag für die Ausstellung der Alküns in Einbeck ist diese Arbeit zum Thema "Gegensätze" entstanden.

Die Idee bekam ich, als mein 6 Jahre altes Navigationssystem "in die Jahre kam" und mich – bevor es nun endgültig seinen Geist aufgab – ziemlich ärgerte. Die Programmierung stimmte wohl nicht und es führte mich hin, wo es wollte und hielt mich oft zum Narren, im Klartext, es nervte fürchterlich. Als im Oktober dann nichts mehr ging, war mein spontaner Gedanke: "Jetzt wirst du in einen Quilt verarbeitet!".

Die linke Seite des Quilts ist die ordentliche Seite einer Platine, die rechte zeigt im Hintergrund das CHAOS, was grundsätzlich entsteht, wenn Computer ausfallen. Ich mag es mir nicht vorstellen. Dazu habe ich einen Fahrplan der Bahn, einen U-Bahnplan und eine Autokarte in große Teile zerrissen und bearbeitet. Außerdem sind neben dem Innenleben meines Navis auch noch ein USB-Stick, ein 4er-Hub, Teile einer Druckerkarte und einer Grafikkarte mitverarbeitet. Alles Dinge, die im letzten Jahr nicht mehr wollten. Die Verbindung von der Ordnung zum Chaos stellte dann ein Computerkabel her.

ALKÜNS VI – Gegensätze und Annäherungen

Unter diesem Titel findet seit gestern im StadtMuseum Einbeck diesjährige Ausstellung unserer Internetgruppe Alküns statt.

31. Januar 2010 bis 28. Februar 2010


Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 – 16 Uhr
Montag geschlossen

Gezeigt werden Arbeiten zu den Themen

- Reiseberichte
- Gegensätze
- Monochrom
- Würfel

Allen, die in erreichbarer Nähe zu Einbeck wohnen, kann ich diese Ausstellung sehr empfehlen. Sie ist wirklich toll dieses Museum
integriert und ein Genuss für alle Sinne.