Montag, 29. März 2010

Auf Draht

Im Augenblick probiere ich mit Draht. Ich möchte wissen, ob Draht sich nähen lässt. Weil ich vorsichtig bin, nehme ich zuerst einmal dünnen Draht, den ich löchrig verstricke.

Samstag war Zeit auszuprobieren, ob meine Nähmaschine meckert. Nein, sie meckerte nicht und nähte problemlos über dieses Drahtgewebe. Die Nadel blieb heile.

Als Hintergrund wählte ich einen Dekostoff, darauf platzierte ich das Drahtgewebe und deckte das ganze mit Organza ab. Zum Nähen verwendete ich einen Metallic-Faden in Kupfer. Das ganze stippelte ich freihand ab.


Mit dem Ergebnis war nicht nicht sehr zufrieden. Von dem Draht sah ich nicht mehr viel. Und der Kupferfaden war zu Ton-in-Ton. Ich zerschnitt das große Teil in kleinere Stücke. Da die Ränder jetzt frei gelegt waren, kam der Draht zum Vorschein. Ich knautschte und faltete die Stücke, jetzt gefällt es mir schon besser. Über die Benutzung des Garns Ton-in-Ton muss ich noch nachdenken. Vielleicht sollte ich doch eine Kontrastfarbe wählen.

Als nächstes probiere ich mit Fliegendraht.

Sonntag, 21. März 2010

Sprüche


Dieses Projekt fand ich im Blog von Kelli Perkins.

Es ist witzig, leicht und rasch an einem Regentag herzustellen. Meine Rolle trägt auf einem handgefärbten Stoffstreifen einen Kalenderspruch, hübsch aufgepeppt.

Es hat viel Spaß gemacht, viele neue Ideen für Variationen spuken in meinem Kopf herum. Von diesen Rollen gibt es in Zukunft noch mehr.

Teekanne


Vor einigen Jahren fand ich auf dem Blog der amerikanische Künstlerin Sue Bleiweis eine textil gestaltete Teekanne, die ich im Hinterkopf zum Nachmachen immer vor mir herschob. Jetzt hatte ich etwas Zeit und die Gelegenheit, sie zu arbeiten.

Für den Körper tranken liebe Menschen Beuteltee, sammelten und gaben mir die Papierchen. Von anderen bekam ich die gebrauchten Teebeutel. Diese und andere Materialien aus meinem Fundus bilden den gebondeten Hintergrund, den ich mit Organza abdeckte.

Donnerstag, 11. März 2010

Osterspaziergang

Die Sehnsucht nach Frühling und der Sonnenschein inspirierten mich wohl, als mir beim Heraussuchen von Frühlingsdeko ein rundes Stroh-Tischset in die Hände fiel, das keinen "Partner" mehr hat. Ein betagtes luftig-duftiges Frühlingstuch fürs Innenleben war schnell gefunden.

Diese Tasche hatte ich nicht geplant, sie ist einfach entstanden.




"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
…"

Der Osterspaziergang aus Goethes Faust kam mir in den Sinn, als ich an diesem Täschchen arbeitete. Deshalb auch auf jeder Seite Augen. Wonach halten die wohl Ausschau?

4. Europäische Quilt-Triennale

Gestern war ich in Zons und habe mir dort die Ausstellung der 4. Europäischen Quilt-Triennale angesehen. Es waren in diesem Jahr viele bemerkenswerte Arbeiten dabei und sie hat mir sehr viel besser als beim letzten Mal gefallen.

Die Juroren waren wohl dieses Mal nicht so in düsterer Stimmung - sie empfanden damals Stagnation - und haben daher auch ihre Arbeiten für diese Ausstellung "positiver" ausgesucht. Na ja, es werden immer viele der bekannten Textil-Künstlerinnen ausgesucht und man konnte deren Handschrift auch sehr gut erkennen – aber das empfanden die Juroren dieses Mal nicht als Stagnation.

Besonders hervorheben möchte ich eine Video-Installation von Mirjam Pet-Jacobs. Sie hat sich wirklich sehr schön in den Trend, wie er heute in modernen Kunstausstellungen zu finden ist, eingepasst.

Bei drei auf Abstand gehängten Projektionsflächen handelt es sich bei der letzten um einen weißen Quilt, der hand- und maschinegequiltet ist. Die beiden vorderen Projektionsflächen sind dünne Seide und Seidenorganza. Das Video zeigt das Entstehen des Quilts sowohl mit der Maschine als auch mit der Hand. Dazu Mantra-Musik, alles war sehr stimmig. Aus Copyrightgründen stelle ich kein Foto ein. Aber über die Verlinkung könnt ihr euch das ansehen.

Sowohl in Newslettern zu Kunstausstellungen als auch auf der artcologne und der Biennale in Venedig fiel und fällt mir auf, dass eine immer größer werdende Zahl von Kunstschaffenden sich heute mit Videoinstallationen präsentieren.

Minis für Minis


Heute bekam ich von einer Freundin diesen Karton voll wunderschöner Mützchen und Söckchen für die Frühchen. Es sind sogar auch vereinzelt Handschuhe dabei. Sie strickt sehr viel und ihre Reste werden immer gleich bis zur Neige weiter verarbeitet. Für ein solches Set benötigt man genau 10 g. Gerne leite ich sie weiter. Das Team der Frühchenstation freut sich bestimmt.

Dienstag, 9. März 2010

"Minis" für Minis

So lautet das Motto einer Yahoo-Gruppe, die sich mit dem Herstellen von Quilts für Frühchen beschäftigt, die mit einem Gewicht von unter 1.500 g geboren werden. Seit einigen Jahren gehöre ich dieser Gruppe an.


Zunächst sah ich es als eine Restverwertung an, denn von großen Arbeiten bleiben immer Reste übrig. Doch nach einer ersten Einladung zum Dankeschön-Kaffee in der Uni-Klinik Köln änderte sich meine Meinung.

Der Professor und sein Team erzählten uns, dass sie zunächst diese Aktion als eine Verschönerung ihrer Station angesehen hätten, die bunten Decken über die Inkubatoren zu legen. Jede Mutter erhält für ihr Frühchen einen Quilt, den sie auch später mit nach Hause nehmen darf. Diese Quilts haben jedoch eine besondere Bedeutung bekommen. Wenn die Mütter stundenlang zum Känguruen in der Klinik liegen, werden ihre Minis mit den Quilts zugedeckt und nehmen so auch den Geruch der Mutter an. Nach Meinung des Teams der Frühchenstation seien die Frühchen dadurch ruhiger, auch wenn die Mütter nicht da sind.

Das hat mich überzeugt. Und im Augenblick werden wieder viele Quilts gebraucht. Wer Lust hat sich zu informieren oder mitzumachen, über den obigen Link ist das möglich

Letzte Woche nähte ich diese beiden Minis. Der rosafarbene ist aus Resten, die eine Bekannte bei mir ließ, als sie einen Quilt zur Geburt ihrer Enkelin nähte. Dieses Mädel ist ein richtiger Wonneproppen geworden. Und beim Nähen kam mir der Gedanke, dass das kleine Mädchen, das diesen Mini bekommt, einen sehr langen und schweren Weg vor sich haben wird, ein Wonneproppen zu werden. Ich wünsche diesem kleinen Wesen – das ja noch nicht einmal geboren ist – bei diesem Kampf viel Erfolg.