Montag, 15. August 2011

Festival of Quilts 2011 - Textile News: Freiheit

Am letzten Wochenende war ich für zwei Tage in Birmingham zum Festival of Quilts 2011. Es waren zwei ausgefüllte Tage mit vielen tollen Arbeiten, vielen interessanten - auch "schrägen" Menschen, netten Begegnungen, kleinen Einkäufen und was es sonst noch auf solchen Veranstaltungen gibt. Fotos gibt es hier keine (Copyrihgt).

Mit zwei kleinen Quilts nahm ich an einer Gruppenausstellung zum Thema "Textile News: Freiheit" - organisiert von Gudrun Heinze - teil.

Freiheit, die ich meine

Freiheit, die ich meine - gespiegelt 


Für diese erste Arbeit wurde ich angeregt durch einen Text von Albert Schweitzer (1875 – 1965). 
 
Zitatanfang: Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe das Recht aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten, Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten als ein gesichertes Dasein führen. Iieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit noch Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: ‚Dies ist mein Werk.‘ Das alles ist gemeint, wenn ich sage: ‚Ich bin ein freier Mensch.‘ Zitatende

Den Spiegel zu zerschlagen und aus ihm herauszutreten, ist ein wichtiger Schritt, um dort hin zu kommen. Das ist mein Begriff von Freiheit. Die Begriffe, die ich mit Freiheit verbinde, habe ich spiegelbildlich mit der Maschine geschrieben.

Für die zweite Arbeit habe ich eine Behauptung von Coco Chanell zugrunde gelegt. Sie behauptete, sie habe die Frauen „… befreit“. ABER dann fand ich ein Gedicht, dass die Befreiung von der Corsage in Frage stellte - sie sogar als Halt für die Freiheit empfand. Da ich nicht weiß, wer das Gedicht geschrieben hat, will ich es aus Copyrightgründen nicht veröffentlichen. Den "Ich-bin-gefangen-im-Korsett-Teil" stellte ich mit BH-Bügeln, Drahtperlen und geschwungegem Drahtgitter dar, den "Das-Korsett-gibt-mir-Halt-für-die-Freiheit-Teil" mit Seidenschnüren und weichen beschreibenen Tags.

Coco


Graffiti


Meine Junimauer hat nun ihr Graffiti: Pelmet gefärbt mit Stofffarben - Pelmet saugt die Farben sehr auf und deshalb ist das ganze etwas blass, sodass ich nach Fertigstellung noch nachpinseln musste.  Es gefällt mir zwar recht gut, aber ich nehme beim nächsten Mal lieber Lutradur, da leuchten die Farben besser, wie man bei meinem kleinen "bifi-Graffiti" sehen kann. Als Schatten ist schwarze Batik hinterlegt. Gequiltet sind nur die Mauerritzen. Zurzeit befindet sich die Mauer in einer kleinen Ausstellung in Bochum. Ich denke, wenn sie zurück ist, hübsche ich sie noch auf. Dazu hatte ich leider vorher keine Zeit mehr.